Bericht vom ersten Treffen (31.8.02)

Erst schüchtern, dann eine lustige Runde, die sich wiedertrifft .... der Bi-Gay-Heten-Jugend-Stammtisch in Hamburg!

Schwarzer Hase, Fahrschul-Berichte, Outing-Fragen, Ausweiskontrollen, Krankenschwestern, verrückte Fahrschulen, Entertainment, nicht passende Stecker, indische Salate, Schwulen-Raten, Romeo und Julia, Piercing-Wahlen, echte und falsche Regenbögen, Rollenspiele, Klassik und Trash-Metall, Fleischbeschau unter der Dusche, Kebab zum Trinken, Horoskope, Tanzen im Docks. - Das alles gab es und noch viel mehr am Samstagabend im Roxie.

Doch wie fing alles an?

Der schwarze Hase und ich gingen am 31. August 2002 auf die Reise, um Sandra abzuholen. Stadtplan gewälzt und Zickzack-Weg gewählt, damit wir nicht im Alstervergnügen untergehen! Kaum sitzt Sandra im Black Car, schon geht es weiter Richtung Dammtor: Kim abholen. Doch wie sieht Kim aus? Wann kommt sie aus Lübeck? Mangels Absprache scheitert unser so gut gemeintes Empfangskomitee .... viele Frauen werden angesprochen, doch alle gucken sie einen nur verwirrt an: Es ist weder die Rucksack-Lady, noch der Gruftie, noch das süße Mädel aufm Bahnsteig. Tja, dann muss sie sich alleine auf den Weg ins Roxie bahnen. Sandra und ich greifen uns jedenfalls den Schnellbus und düsen gerade noch rechtzeitig zur Kneipe:

Es ist leer, aber Thomas ist schon da. Zu dritt suchen wir uns einen geschützten Platz im Biergarten und beschnuppern uns schon gegenseitig. Es dauert nicht lange, und wir sind zu fünft (bzw. sechst, wenn wir den schwarzen Hasen mitzählen, der das markant-charmante Zeichen unseres Stammtisches ist), denn Kathi und Sarah erscheinen aus dem Nichts!

Aller Anfang ist schwer, und nach dem ersten Kennenlernen entsteht ein bedrücktes Schweigen. Problem erkannt - Problem gelöst: Ich bringe durch ein Rätselspiel wieder ein bisschen Schwung in die Runde, bei dem es um getötete Fische, falsche Alibis und klingelnde Telefone geht. Doch da kommt auch schon Markus, und so tauschen wir uns über unsere Berufe, Hobbys und verrückte Geschichten aus.

Irgendwann wird es doch zu kalt draußen und wir flüchten rein: Viel los ist heute nicht hier, denn das Alstervergnügen hat alle Leute abgezogen. Etwas enttäuscht, dass meine prognostizierte Zahl von acht People nicht erreicht wurde, aber bei einem Curry-Salat, den Sarah immer wieder als merkwürdig bezeichnet, und ein paar Knoblauch-Broten kommt langsam lockerere Stimmung auf, unser Fahrlehrer erzählt eine Schote nach der anderen von seinen Schülern, Kathi kommt immer wieder aus dem Hintergrund und schockt uns mit: "Ich habe da noch einmal eine gewisse Frage!", Markus berichtet von seinen Studienplänen, ich trete Sarah mehrfach metaphorisch auf ihren Schlips, und Sandra fasst fiese Pläne, uns im Krankenhaus zu foltern.

19 Uhr war Treffpunkt, bei der Internet-Ankündigung habe ich gesagt, bis 22 Uhr sind wir auf jeden Fall hier. Also haben wir überlegt, ob auf den letzten Drücker noch jemand kommt .... und? 21 Uhr 50: Zuerst verirrt sich Tobi, guckt uns ungläubig an, verschwindet wieder, wir denken uns, der hätte hier auch hergepasst, lachen, und kurz danach kommt Tobi wieder: Er hat den Hasen zuerst nicht gesehen! Es dauert nicht lange, und André setzt sich frech mit an den Tisch: "Hi! Ich bin André!" Nun hatte ich also doch recht: Wir werden acht Leute!!!! Kim ist leider nicht mehr erschienen, hoffentlich irrt sie nicht immer noch am Dammtor durch die Gegend, aber sie hat ja eine Beschreibung, wo das Roxie ist, und meine Handynummer müsste sie auch haben.

Nun beginnt die Outing-Runde: Wer ist bei wem geoutet und bei wem nicht? Der Erfahrungsaustausch lüftet alle Geheimnisse. Thomas betont immer wieder, dass er uns nie als bi oder gay erkennen würde, wenn er es nicht schon wüsste. Nachdem Kathi und Sarah sich verabschiedet haben, werden noch Piercing-Fragen und manch unanständige Andeutung geklärt, es wird gelacht und gealbert. Ein neues Treffen wird einstimmig gewünscht, in einem Monat soll das ganze in einer Kneipe noch mehr in der City stattfinden. Trotz des schüchternen Anfangs sind alle der Meinung: Wir wollen uns wiedersehen! Eine unverbindliche E-Mail-Liste wurde noch erstellt, wir bleiben in Kontakt, und wer weiß, was diese lustige Runde noch erleben wird? Wer noch alles dazustößt, wer dieses Mal keine Zeit hatte oder noch gar nicht von uns wusste?

Der Anfang eines Stammtisches ist schwierig, aber für das "Erste Mal" ist es super gelaufen, und es waren nette Leute da. Vielleicht unternehmen wir auch noch andere Dinge, ob es nun Spieleabende, Disco-Besuche, oder Schwimmbad- und Sauna-Nachmittage sind, ob es nun Video-Kino-Abende, Fahrradtouren oder andere verrückte Dinge sind! Alles ist möglich.

Nach dem Auflösen des Stammtisches gegen 1 Uhr sind Tobi und ich noch ins Docks aufm Kiez (da musste ich als Student *fg* nichts bezahlen), und der Rest hat sich teilweise gegenseitig mit nach Hause genommen.

Und Du bist garantiert nächstes Mal auch dabei .... schon bald am 2.10.! Wir freuen uns ....


Ab zum nächsten Treffen ?


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